Die Ludmilla in aller Welt
Baureihe 234
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Baureihe 234

 

Nach der deutschen Wiedervereinigung entstand, durch den Ausbau der Hauptstrecken, ein Bedarf an schnellen Diesellokomotiven mit hoher Leistung.
Da die Baureihe 132, später 232, genügend Leistung hatte aber nicht die ausreichende Höchstgeschwindigkeit, wurde entschieden diese für den schnellen IC- und IR-Verkehr umzubauen. Die Vorgängerbaureihe 130, später 230, war ja schon für 140 km/h zugelassen.
So begann im Jahr 1991 das Reichsbahnausbesserungswerk Cottbus mit dem Umbau der 132 335 zur 234 335, diese wurde am 12.11.91 dem Betrieb übergeben.
Um eine höher Geschwindigkeit zu ermöglichen wurden folgende Änderungen vorgenommen:

 - Änderung des Übersetzungsverhältnisses zwischen Motor und Ritzel

 - Erhöhung der Hilfsluftbehältersvolumens, um den höheren Vorsteuerdruck zu gewährleisten

 - Einsatz neuer Bremssohlen mit erhöhtem Reibwert

Nach dem Umbau wurde 234 335 zwischen Riesa und Leipzig zur bremstechnischen Untersuchungen herangezogen und erreichte dabei  145 km/h.
Die neuen Großräder und Ritzel wurden aber nicht von der Baureihe 230 übernommen, sondern neu angefertigt, da die der 230 verschlissen waren.
Die Messfahrten wurden zu friedendstellend abgeschlossen und so begann der Umbau weiter Maschinen der Baureihe 232 zur neuen Baureihe 234.
Eingesetzt wurde die Maschinen auf allen schnellen Hauptstrecken ausgehend von Berlin, wo die neuen Maschinen  stationiert waren, aber auch zwischen Reichenbach und Nürnberg waren die 234 zu finden.

Mitte der 90iger Jahre zeichnete sich ein neues Einsatzfeld für schnelle und starke Lokomotiven im Nahverkehrsdienst ab. Das Einsatzfeld für das die 234 eigentlich umgebaut wurden, der schnelle Fernverkehr auf nichtelektrifizierten Hauptstrecken ging mit der fortschreitenden Elektrifizierung immer weiter zurück.

Für den Einsatz im Nahverkehrsdienst wurden weitere 234 umgebaut und mit einer Zeitmultiplexen Wendezug- und Doppeltraktionssteuerung ausgerüstet. Damit konnten nun auch Wendezüge im Nah- und Fernverkehrsdienst gefahren werden. Umgebaut wurden 23 Lokomotiven im Zeitraum zwischen 1994 und 1996. Damit wurden insgesamt 64 Lokomotiven der Baureihe 234 umgebaut.

Ende der 90iger Jahre wurden neue Triebwagen beschafft, die die 234er ersetzen sollten. Kleiner , leichter, kostengünstiger und komfortabler als die 234er mit ihren Reisezugwagen.
Bis Ende 2002 wurden alle Maschinen in Görlitz zusammengezogen und zum Fahrplanwechsel 2002/03 wurden alle verbliebenen Lokomotiven abgestellt und an DB Railion verkauft.

Doch es zeichnete sich ein neues Einsatzfeld im Fernverkehr für die 234 ab. Es sollten Intercity-Züge zwischen Ulm und Lindau bzw. Oberstdorf gefahren werden.
Auch sollte sich die 234 als Ersatz für die 218 vor Eurocity-Zügen zwischen München und Lindau beweisen, da die 218 hier in Doppeltraktion unterwegs ist.

Doch auch hier konnten sich die 234er nicht lange halten, viele Störungen führten zum Ersatz der 234 durch 218 in Doppeltraktion. Eingesetzt wurden die 234er nun im Güterverkehr und vor Eurocity-Zügen zwischen Berlin und Rzepin. Hier konnten sich die 234 bis Ende 2008 halten, denn auch vor den Eurocity-Zügen wurden die 234er ersetzt durch die Baureihe 186. Daraufhin wurden alle 234er abgestellt, einige sind zum verschrotten nach Saalfeld abgefahren.

Nun hat sich die DB Fernverkehr AG dazu bereit erklärt 2 Maschinen einer Hauptuntersuchung zu unterziehen, um sie als Ersatzlokomotiven vorzuhalten.

Damit bleiben insgesamt nur 3 Lokomotiven der Baureihe 234  erhalten, im Einsatz für DB Fernverkehr die 234 242 und 278, sowie 234 304 des DB Museums abgestellt in Nossen.
234 304 wurde im September 1994 umgebaut und als einzigste ihrer Baureihe in Minttürkis lackiert. Alle drei Maschinen sind mit Zeitmultiplexer Wendezug- und Doppeltraktionssteuerung ausgerüstet.

 

von Benjamin Fleischer